Das Magenband/ Gastric Banding

Was ist das Magenband?


Das Magenband ist ein regulierbares Silikonband, das über einen feinen Schlauch mit einem Reservoir verbunden ist. Über dieses Reservoir/ Port kann das Band durch eine Injektion mit Kochsalzlösung eingestellt werden. Erfunden wurde das Magenband 1983 von Dr. Lubomyr I. Kuzmak, Chirurg in Livingston-New Jersey (USA), und seither ständig weiterentwickelt und optimiert.
In Europa galt es jahrelang als der gebräuchlichste Eingriff bei Adipositas und erzielte große Erfolge. Das Magenband ist ein restriktives Verfahren, das heißt, daß die Menge der Nahrungsaufnahme reduziert wird.

Die Vorteile eines Magenbandes

  • Einfaches laparoskopisches Verfahren, das kaum Narben hinterlässt
  • Sehr schonender chirurgischer Eingriff
  • Kein Klammern oder Schneiden des Magens und keine Darmumführung erforderlich 
  • Das Band lässt sich zur Erzielung eines optimalen Ergebnisses für jeden Patienten individuell einstellen 
  • Voll reversibel
  • Nur kurzer Krankenhausaufenthalt und schnelle Erholung
  • Sehr niedrige chirurgische Komplikationsrate
  • Nährstoffe und Vitamine werden vollständig aufgenommen
  • Sehr geringe Sterblichkeitsrate

Die Nachteile eines Magenbandes

  • Erfordert ein Implantat
  • Erfordert Disziplin in der Nahrungsaufnahme (gut kauen, kleine Mengen)
    Langfristig geringere Gewichtsreduzierung im Vergleich zu anderen Operationen


Voraussetzung für ein Magenband

Ein perfekter Kandidat für ein Magenband sind Sie, wenn Sie:

  • verstehen, daß es nur eine Hilfestellung bei der eigenen Suche nach Selbstkontrolle ist 
  • nicht Ihre Kalorien durch kalorienhaltige Getränke, Süßigkeiten oder Alkohol aufnehmen 
  • das mit der Operation verbundene Risiko verstehen und akzeptieren und ein hohes Maß an Disziplin aufbringen.

Für ein optimales Ergebnis mit dem Magenband sind die Motivation und das Engagement des Patienten für eine regelmäßige Nachsorge und zur Entwicklung einer neuen Lebensweise äußerst wichtig.

Wie wird das Magenband gelegt?

Die Operation wird laparoskopisch, also mit Schlüssellochtechnik, durchgeführt. Das heißt, daß lediglich 4 kleine 5mm Schnitte und ein größerer  30mm Schnitt erforderlich sind. Das Magenband wird kurz unter dem Mageneingang um den Magen gelegt, sodaß der Magen in zwei Teile eingeteilt ist. Ein kleiner Teil oberhalb des Bandes (Pouch) und ein größerer Teil unterhalb des Bandes. Dadurch wird das Füllvermögen des Magens erheblich eingeschränkt. Das Band verfügt innenseitig über eine Füllkammer, welche mit Flüssigkeit gefüllt werden kann. Aufgefüllt wird das Band über den Port, der mit einem dünnen Schlauch mit dem Magenband verbunden ist. Der Port wird unter der Haut fixiert.

Wie wird das Magenband eingestellt?

Die erste Einstellung des Magenbandes erfolgt 4-6 Wochen nach der Operation. Hierfür bekommen Sie einen Termin, bei dem unter Röntgenkontrolle Kochsalzlösung  über den Port in das Band eingefüllt wird und es somit „geblockt“ wird. Durch einen Kartoffelbariumbreischluck kann man unter Röntgen die Durchtrittsweite erkennen und das Band dem entsprechend auffüllen. Ggf. sind hier noch ein oder zwei Termine notwendig um eine perfekte Einstellung zu erzielen.
Eine regelmäßige Kontrolle ist anzuraten.

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28.06.2018

Aktuelles der Selbsthilfegruppe (SHG)

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11.01.2018

Wozu brauchen wir Folsäure?

Folsäure wird auch oft „Folat“ genannt, was vom lateinischen Wort „folium“ abstammt und übersetzt „Blatt“ bedeutet. Als man das erste Mal Folsäure entdeckte, wurde es aus Spinatblättern isoliert, daher der Name. Eine weitere, synonyme Bezeichnung ist Vitamin B9, da es sich um eine wasserlösliche Verbindung der Gruppe von B-Vitaminen handelt. Letztendlich meinen alle Begriffe dasselbe, wobei jedoch das Folat natürlichen Ursprungs ist und die Folsäure das synthetisch hergestellte Äquivalent. Da Folsäure chemisch stabiler ist als Folat, wird es meistens in Nahrungsergänzungsmitteln oder zur Anreicherung von Lebensmitteln eingesetzt. Nach der Aufnahme in den Körper wird die Folsäure dann von der Leber in seine biologisch aktive Form umgewandelt.

Folat ist unverzichtbar für den menschlichen Stoffwechsel, zum Beispiel für die Herstellung von Aminosäuren, Blutzellen und DANN-Bestandteilen, sowie bei der Zellteilung und dem Wachstum. Bei Schwangeren kann ein zu niedriger Folatspiegel im frühen Stadium der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Embryo führen. Für eine optimale Funktion des Folats im Körper ist außerdem eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6 und B12 notwendig, da diese in Wechselbeziehung miteinander wirken. Nahrungsmittel, die viel Folat enthalten, sind beispielsweise grünes Blattgemüse (Spinat, Brokkoli), Bohnen, Weizenkeime und Leber. Etwas weniger ist in Eigelb, Milchprodukten und Vollkorn enthalten. Leider ist Folat in natürlichen Produkten recht instabil, sodass bereits nach 3 Tagen 70% des Vitamins seine Wirkung verloren hat. Auch beim Kochen oder Erhitzen geht ein Großteil des Folats (bis zu 95%) verloren. Bei künstlich angereicherten Lebensmitteln, wie z.B. Cerealien, ist die Folsäure stabil und daher effektiver vom Körper aufzunehmen. Am besten sollte die Folsäure jedoch auf leeren Magen eingenommen werden, da so die Bioverfügbarkeit am besten ist (fast 100%, im Gegensatz zu 85% bei Aufnahme mit einer Mahlzeit). Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von 400µg Folsäure, was in etwa 300g Spinat entspricht. Bei Schwangeren sollten es 500-600 µg sein. Die zugelassene Höchstdosis liegt bei etwa 1000µg pro Tag. Schätzungen zufolge sind in Deutschland 79% der Männer und 86% der Frauen ungenügend mit Folat versorgt.

Quelle: Ernährung & Medizin, Ausgabe 3/2017, Seite 62 ff.


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09.09.2017

Wie unser Stoffwechsel funktioniert

Als Stoffwechsel, oder „Metabolismus“, werden alle lebenswichtigen Vorgänge und Funktionen des Körpers bezeichnet. Durch biochemische Prozesse werden Nährstoffe in die Zellen geleitet, verarbeitet, umgebaut und andere Stoffe ausgeleitet. Dabei kann der Körper entweder zugeführte Nahrung verwenden oder auf gespeicherte Reserven zurückgreifen. Weitere Einflussfaktoren sind das Nervensystem, Hormone, Enzyme und Umweltfaktoren, wie zum Beispiel die Temperatur. Die Energie für die einzelnen Vorgänge wird aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen gewonnen, die durch den Darm als kleinste Bausteine ins Blut gelangen und in jede Körperregion transportiert werden können. Man unterscheidet die verschiedenen Stoffwechsel wie folgt:

- Kohlenhydratstoffwechsel

Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern, also Glukose oder Fruktose, zerlegt und sind die schnellste Energiequelle für unseren Körper. Aus ihnen kann relativ einfach viel Energie gewonnen und den Zellen als Brennstoff zur Verfügung gestellt werden. Überschüssiger Zucker wird als Glykogen in Muskeln und Leber zwischengelagert. Die Leber kann somit auch dann die Zellen mit Zucker versorgen, wenn gerade keine Nahrung zugeführt wird. Wenn die Glykogenspeicher voll sind, werden die restlichen Kohlenhydrate in Fett umgewandelt und im Fettgewebe abgelagert. Das geschieht jedes Mal, wenn mehr Energie als notwendig über die Nahrung aufgenommen und nicht anderweitig, zum Beispiel über Sport, verbrannt wird.

- Fettstoffwechsel / Lipidstoffwechsel

Fette dienen vor allem dem Aufbau und Erhalt von Zellmembranen, Hormonen und hormonähnlichen Substanzen. Außerdem liefern sie auf kleine Mengen viel Energie und können gut gespeichert werden. Sie bestehen aus Fettsäuren, Glyceriden und Cholesterin. Mit der Nahrung aufgenommen, werden sie zuerst im Magen emulgiert und dann in Leber und Darm weiter aufgespalten. Damit der Organismus immer ausreichend mit Triglyceriden und Cholesterin versorgt ist, wird der größte Teil des Fettes eingelagert für Mangelzeiten.

- Eiweißstoffwechsel

Eiweiß ist der Grundbaustein für nahezu jede Körperzelle von der Hautzelle bis hin zum Blutkörperchen. Aus ihm werden neue Zellen gebildet und bestehende Zellen repariert. Wenn das Eiweiß aus der Nahrung verdaut wird, zerlegt es der Verdauungstrakt in einzelne Aminosäuren, die wiederum neu zusammengesetzt werden können. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren, aus denen mehr als 50.000 unterschiedliche neue Stoffe aufgebaut werden können, unter anderem Enzyme, Transporter, Organzellen, Muskelzellen und vieles mehr. 9 dieser Aminosäuren können wir nicht selbst herstellen, sie müssen deshalb regelmäßig zugeführt werden und heißen daher auch „essentielle Aminosäuren“. Allerdings existiert im Gegensatz zu Fett und Kohlenhydraten kein Eiweißspeicher. Nicht genutztes Eiweiß wird daher ausgeschieden.

- Mineralstoffwechsel

Anorganische Mengen- und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Kalzium, Magnesium usw. sind lebensnotwendige Stoffe, die regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie kommen in unterschiedlichen Mengen und Häufigkeiten in tierischen und pflanzlichen Produkten vor. Deshalb ist ein breites Nahrungsmittelspektrum unerlässlich für die Gesundheit und die Funktionstüchtigkeit des Stoffwechsels. Die meisten Mineralstoffe stehen in Wechselbeziehung zueinander und können sich gegenseitig in ihrer Wirkung fördern. Kalzium und Phosphat beispielsweise sind gemeinsam am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt, Kalzium und Magnesium sind zusammen für die Muskelfunktion nötig.

Damit der gesamte Stoffwechsel reibungslos funktioniert, sollte die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich sein. Nur so ist sichergestellt, dass alle wichtigen Nährstoffe vorhanden sind. Jedoch kann auch ein Zuviel an Nährstoffen schädlich sein, weshalb bei der Einnahme von Supplementen grundsätzlich Vorsicht geboten ist. Besonders schädlich auf den Stoffwechsel wirken Radikal- und Nulldiäten. Sie bewirken eine Herunterregelung der Stoffwechselfunktionen (den sogenannten „Hungerstoffwechsel“) und führen meist zum unbeliebten Jojo-Effekt.

Positiv dagegen wirkt Sport, denn er erhöht den Energieverbrauch. Mit der richtigen Ernährung wird so durch eine negative Energiebilanz der angesammelte Fettspeicher verbraucht. Zudem benötigen Muskelzellen im Ruhezustand mehr Energie als Gewebe ohne Muskulatur, also wird quasi auch „im Schlaf“ Fett verbrannt.

Aus: Diabetes living, Ausgabe 05/2016, Oktober/November
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