Der Magenbypass/ Gastric Bypass

Was ist der Magenbypass


Der Magenbypass kombiniert zwei Verfahren zur Gewichtsreduktion: zum einen wird der Magen deutlich verkleinert indem er kurz nach der Speiseröhre abgetrennt wird. Dadurch kann nur noch eine deutlich geringere Menge an Nahrung aufgenommen werden (restriktives Verfahren). Zum anderen nehmen der untere, größere Magenanteil und der obere Dünndarmteil  nicht mehr an der Energieaufnahme teil. Das heißt, daß die Kalorienzufuhr erheblich reduziert wird (malabsorptives Verfahren). Somit ist eine definitive Gewichtsabnahme in jedem Fall gesichert. Beim Magenbypass liegt die zu erwartende Gewichtsreduktion bei bis zu 80% des Übergewichtes.

Die Vorteile eines Magenbypasses

  • hohe Reduktion des Übergewichtes (bis zu 80%)
  • Besserung des Diabetes mellitus (in 70% der Fälle), Remission d.h. keine Medikation mehr erforderlich
  • kein Implantat erforderlich
  • nur eingeschränkte Aufnahme süßer Lebensmittel möglich (Dumping-Syndrom)

Die Nachteile eines Magenbypasses

  • Veränderung der anatomischen Verhältnisse im Verdauungssystem (Magen und Darm)
  • Lebenslange Substitution von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten

Voraussetzung für eine Magenbypass-Operation

  • Tragbares OP-Risiko
  • Bereitschaft die Ernährungsgewohnheiten zu ändern und anzupassen
  • Motivation für Bewegungstherapie nach Gewichtsreduktion

Die Operation

Zunächst wird der Magen im oberen Anteil durchtrennt, sodaß ein kleiner Vormagen (Magenpouch) entsteht. Der Restmagen verbleibt im Körper. Die hier gebildete Magenflüssigkeit entleert sich ganz normal in den Zwölffingerdarm (Duodenum).
Als nächstes wird der obere Dünndarm durchtrennt. Der Dünndarmteil vom Magen bis zur Durchtrennungsstelle ist ca. 50 cm lang und wird „biliärer Schenkel“ genannt, da über diesen Darmanteil u. a. die Gallenflüssigkeit transportiert wird. Der folgende Darm hinter der Durchtrennung wird jetzt an den Magenpouch genäht. Dieser Schenkel wird als "alimentärer Schenkel" bezeichnet, da die aufgenommene Nahrung über die Speiseröhre in den Magenpouch und von hier aus in den alimentären Schenkel gelangt. Dieser hat eine Länge von 140- 200 cm. Am Ende des alimentären Schenkels wird der biliäre Schenkel eingenäht, sodaß jetzt die Verdauungsenzyme zur weiteren gemeinsamen Darmstrecke hinzukommen.
Die Operation wird laparoskopisch durchgeführt, in der Regel mit fünf, manchmal sechs kleinen Schnitten.

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11.01.2018

Wozu brauchen wir Folsäure?

Folsäure wird auch oft „Folat“ genannt, was vom lateinischen Wort „folium“ abstammt und übersetzt „Blatt“ bedeutet. Als man das erste Mal Folsäure entdeckte, wurde es aus Spinatblättern isoliert, daher der Name. Eine weitere, synonyme Bezeichnung ist Vitamin B9, da es sich um eine wasserlösliche Verbindung der Gruppe von B-Vitaminen handelt. Letztendlich meinen alle Begriffe dasselbe, wobei jedoch das Folat natürlichen Ursprungs ist und die Folsäure das synthetisch hergestellte Äquivalent. Da Folsäure chemisch stabiler ist als Folat, wird es meistens in Nahrungsergänzungsmitteln oder zur Anreicherung von Lebensmitteln eingesetzt. Nach der Aufnahme in den Körper wird die Folsäure dann von der Leber in seine biologisch aktive Form umgewandelt.

Folat ist unverzichtbar für den menschlichen Stoffwechsel, zum Beispiel für die Herstellung von Aminosäuren, Blutzellen und DANN-Bestandteilen, sowie bei der Zellteilung und dem Wachstum. Bei Schwangeren kann ein zu niedriger Folatspiegel im frühen Stadium der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Embryo führen. Für eine optimale Funktion des Folats im Körper ist außerdem eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6 und B12 notwendig, da diese in Wechselbeziehung miteinander wirken. Nahrungsmittel, die viel Folat enthalten, sind beispielsweise grünes Blattgemüse (Spinat, Brokkoli), Bohnen, Weizenkeime und Leber. Etwas weniger ist in Eigelb, Milchprodukten und Vollkorn enthalten. Leider ist Folat in natürlichen Produkten recht instabil, sodass bereits nach 3 Tagen 70% des Vitamins seine Wirkung verloren hat. Auch beim Kochen oder Erhitzen geht ein Großteil des Folats (bis zu 95%) verloren. Bei künstlich angereicherten Lebensmitteln, wie z.B. Cerealien, ist die Folsäure stabil und daher effektiver vom Körper aufzunehmen. Am besten sollte die Folsäure jedoch auf leeren Magen eingenommen werden, da so die Bioverfügbarkeit am besten ist (fast 100%, im Gegensatz zu 85% bei Aufnahme mit einer Mahlzeit). Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von 400µg Folsäure, was in etwa 300g Spinat entspricht. Bei Schwangeren sollten es 500-600 µg sein. Die zugelassene Höchstdosis liegt bei etwa 1000µg pro Tag. Schätzungen zufolge sind in Deutschland 79% der Männer und 86% der Frauen ungenügend mit Folat versorgt.

Quelle: Ernährung & Medizin, Ausgabe 3/2017, Seite 62 ff.


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09.09.2017

Wie unser Stoffwechsel funktioniert

Als Stoffwechsel, oder „Metabolismus“, werden alle lebenswichtigen Vorgänge und Funktionen des Körpers bezeichnet. Durch biochemische Prozesse werden Nährstoffe in die Zellen geleitet, verarbeitet, umgebaut und andere Stoffe ausgeleitet. Dabei kann der Körper entweder zugeführte Nahrung verwenden oder auf gespeicherte Reserven zurückgreifen. Weitere Einflussfaktoren sind das Nervensystem, Hormone, Enzyme und Umweltfaktoren, wie zum Beispiel die Temperatur. Die Energie für die einzelnen Vorgänge wird aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen gewonnen, die durch den Darm als kleinste Bausteine ins Blut gelangen und in jede Körperregion transportiert werden können. Man unterscheidet die verschiedenen Stoffwechsel wie folgt:

- Kohlenhydratstoffwechsel

Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern, also Glukose oder Fruktose, zerlegt und sind die schnellste Energiequelle für unseren Körper. Aus ihnen kann relativ einfach viel Energie gewonnen und den Zellen als Brennstoff zur Verfügung gestellt werden. Überschüssiger Zucker wird als Glykogen in Muskeln und Leber zwischengelagert. Die Leber kann somit auch dann die Zellen mit Zucker versorgen, wenn gerade keine Nahrung zugeführt wird. Wenn die Glykogenspeicher voll sind, werden die restlichen Kohlenhydrate in Fett umgewandelt und im Fettgewebe abgelagert. Das geschieht jedes Mal, wenn mehr Energie als notwendig über die Nahrung aufgenommen und nicht anderweitig, zum Beispiel über Sport, verbrannt wird.

- Fettstoffwechsel / Lipidstoffwechsel

Fette dienen vor allem dem Aufbau und Erhalt von Zellmembranen, Hormonen und hormonähnlichen Substanzen. Außerdem liefern sie auf kleine Mengen viel Energie und können gut gespeichert werden. Sie bestehen aus Fettsäuren, Glyceriden und Cholesterin. Mit der Nahrung aufgenommen, werden sie zuerst im Magen emulgiert und dann in Leber und Darm weiter aufgespalten. Damit der Organismus immer ausreichend mit Triglyceriden und Cholesterin versorgt ist, wird der größte Teil des Fettes eingelagert für Mangelzeiten.

- Eiweißstoffwechsel

Eiweiß ist der Grundbaustein für nahezu jede Körperzelle von der Hautzelle bis hin zum Blutkörperchen. Aus ihm werden neue Zellen gebildet und bestehende Zellen repariert. Wenn das Eiweiß aus der Nahrung verdaut wird, zerlegt es der Verdauungstrakt in einzelne Aminosäuren, die wiederum neu zusammengesetzt werden können. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren, aus denen mehr als 50.000 unterschiedliche neue Stoffe aufgebaut werden können, unter anderem Enzyme, Transporter, Organzellen, Muskelzellen und vieles mehr. 9 dieser Aminosäuren können wir nicht selbst herstellen, sie müssen deshalb regelmäßig zugeführt werden und heißen daher auch „essentielle Aminosäuren“. Allerdings existiert im Gegensatz zu Fett und Kohlenhydraten kein Eiweißspeicher. Nicht genutztes Eiweiß wird daher ausgeschieden.

- Mineralstoffwechsel

Anorganische Mengen- und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Kalzium, Magnesium usw. sind lebensnotwendige Stoffe, die regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie kommen in unterschiedlichen Mengen und Häufigkeiten in tierischen und pflanzlichen Produkten vor. Deshalb ist ein breites Nahrungsmittelspektrum unerlässlich für die Gesundheit und die Funktionstüchtigkeit des Stoffwechsels. Die meisten Mineralstoffe stehen in Wechselbeziehung zueinander und können sich gegenseitig in ihrer Wirkung fördern. Kalzium und Phosphat beispielsweise sind gemeinsam am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt, Kalzium und Magnesium sind zusammen für die Muskelfunktion nötig.

Damit der gesamte Stoffwechsel reibungslos funktioniert, sollte die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich sein. Nur so ist sichergestellt, dass alle wichtigen Nährstoffe vorhanden sind. Jedoch kann auch ein Zuviel an Nährstoffen schädlich sein, weshalb bei der Einnahme von Supplementen grundsätzlich Vorsicht geboten ist. Besonders schädlich auf den Stoffwechsel wirken Radikal- und Nulldiäten. Sie bewirken eine Herunterregelung der Stoffwechselfunktionen (den sogenannten „Hungerstoffwechsel“) und führen meist zum unbeliebten Jojo-Effekt.

Positiv dagegen wirkt Sport, denn er erhöht den Energieverbrauch. Mit der richtigen Ernährung wird so durch eine negative Energiebilanz der angesammelte Fettspeicher verbraucht. Zudem benötigen Muskelzellen im Ruhezustand mehr Energie als Gewebe ohne Muskulatur, also wird quasi auch „im Schlaf“ Fett verbrannt.

Aus: Diabetes living, Ausgabe 05/2016, Oktober/November
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29.08.2017

Erhöhter Nährstoffbedarf bei „Risikogruppen“

Es gibt einige Personengruppen, bei denen es ratsam ist, die Versorgung mit Nährstoffen regelmäßig zu überprüfen. Bestimmte Faktoren in unserem Leben können dafür sorgen, dass eine erhöhte Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen erforderlich wird. Zu diesen „Risikogruppen“ gehören:

1. Chronisch Kranke: Der Bedarf an einzelnen Nährstoffen kann je nach Erkrankung verschieden sein.

2. Schwangere / Stillende: Besonders auf Folsäure, Jod, Eisen, Vitamin B12 und Vitamin E sollte geachtet werden, um eine Unterversorgung des Embryos bzw. Säuglings zu vermeiden.

3. Leistungssportler: Je nach Sportart können der Magnesium- und Eisenbedarf sowie der Protein- und Kohlenhydratbedarf erhöht sein.

4. Raucher: Schadstoffe aus der Zigarette sorgen für einen verstärkten Vitamin C und E sowie Zink-Verbrauch.

5. Häufige Diäten: Ständiges Diäthalten kann einen Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B6 und Zink hervorrufen.

6. Vegetarier / Veganer: Diese Gruppen sollten besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Jod, Calcium und Eiweiß achten.

Quelle: Diabetes living, Ausgabe Dez./Jan. 2016, Seite 50


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